1. Bestandsaufnahme und Wunschliste erstellen
Bevor Sie einen Sanitärinstallateur kontaktieren, sollten Sie sich ein klares Bild vom Ist-Zustand Ihres Badezimmers machen. Welche Elemente funktionieren noch einwandfrei? Was muss zwingend ersetzt werden? Gibt es Feuchtigkeitsschäden hinter Plättli oder an der Decke? Dokumentieren Sie alles mit Fotos und Massen — das erleichtert die Offertanfrage erheblich.
Erstellen Sie parallel eine Wunschliste: bodenebene Dusche statt Badewanne? Dusch-WC? Doppellavabo? Fussbodenheizung? Handtuchheizkörper? In der Schweiz sind bodenebene Duschen besonders beliebt, da sie nicht nur modern aussehen, sondern auch die Anforderungen an hindernisfreies Bauen (SIA-Norm 500) erfüllen. Das ist ein Pluspunkt beim Wiederverkaufswert.
Besprechen Sie die Wunschliste mit Ihrer Familie und priorisieren Sie: Was ist ein Muss, was ein Nice-to-have? Gerade bei einem begrenzten Budget hilft diese Einteilung enorm, damit der Installateur eine passende Offerte erstellen kann. Mehr zu den Kosten erfahren Sie auf unserer Seite Preise und Kosten.
2. Budget realistisch kalkulieren
Das Budget ist bei einer Bad-Sanierung der entscheidende Faktor. In der Schweiz müssen Sie mit deutlich höheren Kosten rechnen als im benachbarten Ausland — die Arbeitskosten machen rund 50 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus. Ein Sanitärinstallateur in der Schweiz berechnet je nach Kanton zwischen CHF 85.— und CHF 140.— pro Stunde. Hinzu kommen Plättlileger, Elektriker und allenfalls ein Schreiner.
Orientierungswerte für ein durchschnittliches Bad (ca. 6 m²): Sanitärinstallation CHF 5'000.— bis CHF 12'000.—, Plättliarbeiten CHF 4'000.— bis CHF 8'000.—, Sanitärapparate (WC, Lavabo, Dusche/Wanne) CHF 3'000.— bis CHF 10'000.—, Armaturen CHF 1'500.— bis CHF 4'000.— und Kleinmaterial plus Entsorgung rund CHF 2'000.—. Planen Sie immer eine Reserve von 10 bis 15 Prozent für Unvorhergesehenes ein.
Bei Stockwerkeigentum ist zu prüfen, welche Kosten der Eigentümergemeinschaft und welche Ihnen persönlich zufallen. In der Regel übernimmt die Gemeinschaft die Steig- und Hauptleitungen, während Sie die Installationen innerhalb Ihrer Wohnung selbst tragen. Lassen Sie sich von Ihrem Installateur beraten, welche Arbeiten an der gemeinsamen Infrastruktur nötig sind, um Folgeschäden zu vermeiden.
3. Den richtigen Sanitärinstallateur finden
Die Wahl des richtigen Installateurs ist der wichtigste Erfolgsfaktor für Ihre Bad-Sanierung. Achten Sie darauf, dass der Betrieb über eine gültige SVGW-Konzession verfügt, SUVA-registriert ist und eine Betriebshaftpflichtversicherung hat. In der Schweiz ist es üblich, drei Offerten einzuholen und zu vergleichen — das ist nicht nur preislich sinnvoll, sondern zeigt Ihnen auch Unterschiede in der Herangehensweise und Beratungsqualität.
Ein guter Sanitärinstallateur nimmt sich Zeit für eine Vor-Ort-Besichtigung. Nur so kann er den tatsächlichen Aufwand realistisch einschätzen, versteckte Mängel erkennen und Ihnen eine verbindliche Offerte erstellen. Vorsicht bei Betrieben, die Offerten ausschliesslich anhand von Fotos erstellen — die Gefahr teurer Nachträge ist hier deutlich höher.
Erfahren Sie auf unserer Seite Dienstleistungen welche Arbeiten unsere geprüften Partner für Sie ausführen. Und nutzen Sie unseren Ratgeber zum Offertvergleich, um die Angebote professionell zu bewerten.
4. Materialien und Sanitärapparate auswählen
Die Materialwahl beeinflusst Kosten, Langlebigkeit und Ästhetik Ihres neuen Badezimmers. Bei Plättli haben Sie die Wahl zwischen Keramik, Feinsteinzeug, Naturstein und Grossformatplatten. In der Schweiz sind Feinsteinzeug-Plättli im Format 60 x 60 cm oder grösser derzeit besonders beliebt — sie sind pflegeleicht, rutschfest und wirken grosszügig.
Bei Sanitärapparaten lohnt es sich, auf Schweizer und europäische Markenprodukte zu setzen. Geberit (Schweiz) ist Weltmarktführer bei Unterputz-Spülkästen und Dusch-WC-Systemen. Laufen (Schweiz) bietet hochwertige Keramik, und Hansgrohe oder Grohe liefern langlebige Armaturen. Markenprodukte haben den Vorteil, dass Ersatzteile auch nach Jahren verfügbar sind — bei Billigprodukten ist das oft nicht der Fall.
Denken Sie auch an die Energieeffizienz: Wassersparende Armaturen mit Durchflussbegrenzer reduzieren den Verbrauch um bis zu 50 Prozent, ohne dass Sie einen Unterschied beim Duschen merken. Ein thermostatischer Brausenmischer spart zusätzlich Energie, weil das Wasser sofort die gewünschte Temperatur hat. Fragen Sie Ihren Installateur nach dem Energielabel der Armaturen.
5. Ablauf der Sanierung — Zeitplan und Koordination
Der typische Ablauf einer Bad-Sanierung gliedert sich in mehrere Phasen: Rückbau (2 bis 3 Tage), Rohinstallation Sanitär und Elektro (3 bis 5 Tage), Abdichtung und Unterlagsboden (2 bis 3 Tage plus Trocknungszeit), Plättliarbeiten (5 bis 8 Tage), Fertiginstallation Sanitär (2 bis 3 Tage) und Fugenarbeiten plus Reinigung (1 bis 2 Tage). Die Koordination zwischen den Gewerken ist entscheidend — ein erfahrener Sanitärinstallateur übernimmt diese Rolle als Generalunternehmer.
Planen Sie während der Bauphase ein Ausweichbad ein. In einem Einfamilienhaus können Sie ein zweites Bad nutzen. In einer Mietwohnung sollten Sie mit der Verwaltung klären, ob eine Übergangslösung möglich ist. Die meisten Sanitärbetriebe bieten eine provisorische Duschinstallation an, wenn kein zweites Bad vorhanden ist — rechnen Sie dafür mit Mehrkosten von rund CHF 500.— bis CHF 1'000.—.
Wichtig: Lassen Sie sich einen schriftlichen Zeitplan geben und vereinbaren Sie im Werkvertrag eine Konventionalstrafe bei erheblichen Verzögerungen. Das schützt Sie vor endlosen Baustellen und motiviert den Betrieb, den Zeitplan einzuhalten. Nach SIA-Norm 118 haben Sie zudem Anspruch auf Mängelbeseitigung innerhalb der zweijährigen Gewährleistungsfrist.