Tipps 1–3: Duschen und Baden effizienter gestalten
Tipp 1: Sparbrause einbauen. Eine moderne Sparbrause reduziert den Wasserverbrauch beim Duschen von 12 bis 15 Liter auf 6 bis 9 Liter pro Minute. Dank Luftbeimischung (Ecojoy- oder Airpower-Technologie) fühlt sich der Strahl genauso kräftig an. Tauschen Sie einfach den alten Brausekopf aus — das dauert eine Minute und braucht kein Werkzeug. Preis: ab CHF 30.— im Fachhandel.
Tipp 2: Duschen statt Baden.Ein Vollbad verbraucht 150 bis 200 Liter Wasser, eine 5-minütige Dusche mit Sparbrause nur 30 bis 45 Liter. Wer täglich duscht statt badet, spart über 50'000 Liter pro Jahr — das sind rund CHF 150.— Wasserkosten plus CHF 400.— Energiekosten für die Warmwasseraufbereitung.
Tipp 3: Thermostat-Brausenmischer installieren. Ein thermostatischer Mischer liefert sofort die gewünschte Temperatur, ohne minutenlanges Einstellen. Das spart bei jeder Dusche 5 bis 15 Liter kaltes Wasser, das sonst ungenutzt abfliesst. Ein guter Thermostat kostet CHF 200.— bis CHF 400.— und sollte von einem Sanitärinstallateur montiert werden.
Tipps 4–6: WC-Spülung und Wasserhähne optimieren
Tipp 4: Spülkasten mit Stopp-Taste.Ältere WC-Spülkästen verbrauchen 9 bis 12 Liter pro Spülung. Moderne Spülkästen von Geberit bieten eine Zwei-Mengen-Spülung (3 und 6 Liter) oder eine Stopp-Taste. Bei durchschnittlich 6 Spülungen pro Person und Tag spart ein 4-Personen-Haushalt so rund 25'000 Liter pro Jahr.
Tipp 5: Durchflussbegrenzer an Wasserhähnen. Ein Durchflussbegrenzer (Perlator) kostet CHF 5.— bis CHF 15.— und reduziert den Durchfluss am Wasserhahn von 12 auf 6 Liter pro Minute. Dank Luftbeimischung bleibt der Strahl angenehm. Schrauben Sie den alten Perlator ab und den neuen drauf — fertig. In der Küche empfiehlt sich ein Modell mit Umschaltfunktion (Voll-/Sparstrahl), damit das Abwaschen nicht zur Geduldsprobe wird.
Tipp 6: Einhebelarmaturen mit Kaltwasser-Mittelstellung. Viele Einhebelarmaturen öffnen in der Mittelstellung mit Mischwasser — das heisst, der Boiler springt an, auch wenn Sie nur kurz die Hände waschen. Moderne Armaturen mit Kaltwasser-Mittelstellung (z. B. Hansgrohe CoolStart) vermeiden das: In der Mitte kommt kaltes Wasser, und Sie müssen bewusst nach links drehen, um Warmwasser zu erhalten. Das spart bis zu 15 % Energiekosten beim Warmwasser.
Tipps 7–8: Küche und Waschmaschine
Tipp 7: Geschirrspüler statt Handwäsche. Ein moderner Geschirrspüler (Energielabel A) verbraucht nur 6 bis 10 Liter pro Spülgang und reinigt dabei 12 bis 14 Gedecke. Beim Abwaschen von Hand benötigen Sie für die gleiche Menge 30 bis 50 Liter. Achten Sie darauf, den Geschirrspüler immer voll zu beladen und das Eco-Programm zu nutzen.
Tipp 8: Waschmaschine effizient nutzen. Waschen Sie nur mit voller Trommel und wählen Sie die niedrigste sinnvolle Temperatur. Moderne Waschmittel reinigen bei 30 °C genauso gut wie früher bei 60 °C. Eine aktuelle Waschmaschine verbraucht rund 50 Liter pro Waschgang — ältere Modelle bis zu 100 Liter. Überlegen Sie beim nächsten Geräte-Ersatz, ob sich ein wassersparendes Modell lohnt.
Zusätzlicher Tipp: Schliessen Sie die Waschmaschine an den Warmwasseranschluss an, wenn Sie einen Wärmepumpenboiler oder eine Solaranlage haben. So nutzen Sie bereits erwärmtes Wasser statt es elektrisch im Gerät zu heizen. Dazu braucht es einen speziellen Warmwasser-Anschluss — fragen Sie Ihren Sanitärinstallateur nach den Möglichkeiten und den Kosten.
Tipps 9–10: Garten und smarte Lösungen
Tipp 9: Regenwasser für den Garten.Ein Schweizer Garten verbraucht im Sommer beträchtliche Mengen Trinkwasser für die Bewässerung. Mit einer Regenwasser-Sammelanlage (Kosten: CHF 500.— bis CHF 2'000.— für ein einfaches System) können Sie den Gartenverbrauch komplett auf Regenwasser umstellen. In niederschlagsreichen Regionen der Schweiz lassen sich so 5'000 bis 10'000 Liter pro Saison einsparen.
Tipp 10: Leckagen aufspüren und beheben.Ein tropfender Wasserhahn verschwendet bis zu 5'000 Liter pro Jahr, ein rinnendes WC sogar bis zu 100'000 Liter. Prüfen Sie regelmässig alle Armaturen, Anschlüsse und die WC-Spülung auf Dichtheit. Ein einfacher Test: Lesen Sie den Wasserzähler ab, benutzen Sie 2 Stunden lang kein Wasser und lesen Sie erneut ab. Wenn der Zähler weitergelaufen ist, haben Sie eine Leckage.
Smarte Wassermanagement-Systeme (z. B. Grohe Sense, Hansgrohe Pontos) überwachen den Wasserverbrauch in Echtzeit und schlagen Alarm bei ungewöhnlichem Verbrauch oder Leckagen. Sie können sogar die Wasserzufuhr automatisch abschalten, wenn ein Rohrbruch erkannt wird. Die Systeme kosten ab CHF 500.— und sollten von einem Sanitärfachbetrieb installiert werden.
Was der Installateur für Sie tun kann
Während Sie viele Spartipps selbst umsetzen können (Sparbrause, Perlator), gibt es Massnahmen, die einen Fachmann erfordern. Der Einbau eines neuen Spülkastens, der Austausch alter Armaturen durch wassersparende Modelle und die Installation eines Wassermanagement-Systems sollten von einem konzessionierten Sanitärinstallateur durchgeführt werden.
Ein erfahrener Installateur kann bei einem Vor-Ort-Termin Ihr gesamtes Sanitärsystem auf Sparpotenzial analysieren. Oft entdeckt er dabei auch versteckte Leckagen, veraltete Absperrhähne oder suboptimale Leitungsführungen. Diese Bestandsaufnahme ist in der Regel kostenlos, wenn Sie anschliessend Arbeiten in Auftrag geben.
Besonders lohnend ist eine Kombination mehrerer Massnahmen: Neue Sparbrause, Durchflussbegrenzer an allen Wasserhähnen, moderne WC-Spülung und ein Wärmepumpenboiler statt Elektroboiler. Ein 4-Personen-Haushalt kann damit den Wasserverbrauch um rund 40 % senken und jährlich CHF 600.— bis CHF 1'200.— sparen. Fordern Sie eine unverbindliche Offerte an und lassen Sie sich beraten.